Vor der industriellen Revolution gab es keine Designer. Warum auch? Es war alles in Einzelstücken vom Handwerker angefertigt in seiner eigenen Werkstatt. Der Handwerker war sozusagen in gewisser weise auch der Designer. Erst mit der Massenproduktion brauchte es den reinen, echten Designer der sich neue Formen, Farbkombinationen und Muster ausdachte. Damals waren dies auch noch Künstler mit dem Gespür für den jeweiligen Trend der Zeit. Denn man wollte ja ein Produkt anfertigen, das bei möglichst vielen Leuten der Zielgruppe auch ankommen sollte. Damit einher ging auch die erstmalige Anfertigung eines Prototyps – man kann ja nicht etwas produzieren, das man vorher noch nie in echt gesehen hatte. Ein Ledersofa zum Beispiel, welches auf dem Papier zwar gut aussah, konnte in Realität absolut ungemütlich sein. Angefangen hat es beim Vorreiter England, der auch schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts sich mit der Frage des Stils auseinander setzen musste. Daraus entstand dann auch das erste Design-Magazin, das „Journal of Design“, in der sich der Autor gegen die "Geschmacksverirrungen moderner Designer" aufbrachte. Auch Stimmen wurden laut, die genug hatten vom industriellen Design und wieder zurück wollten in die vorindu¬strielle Lebens- und Arbeitsweise. Das nächste Kapitel der Designgeschichte wurde in Amerika geschrieben. Dort entstand eine kommerzielle Variante des Designs: Das Industrial Design. Da in den USA in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts viele neue Produkte und neue Vertriebsmethoden wie Versandhandel und Super¬markt entstanden sind, gab es auch einige attraktiv gestaltete Produkte welche in den Mittelpunkt rückten und sich deshalb besser absetzen konnten. Angefangen hatte dies bei der amerikanischen Autoindustrie: Der Konzern General Motors richtete eigens dafür eine Abteilung ein, die „Art and Color“ genannt wurde. Andere Firmen folgten dem Beispiel um ihre Produkte auch mit Hilfe eines guten Aussehens abzusetzen. (Überlegen Sie es sich selbst: Ein Rattanmöbel, welches durch ein elegantes und schlichtes Design besticht, ist dem Raum eher von Nutzen als eine klobige, unschöne Holzbank.) Dadurch entstand jedenfalls der erste richtige industrielle Arbeitsmarkt für Designer.Der Designer heute steht meist zwischen zwei Welten: Der kreativen, neuen, frischen, lebendigen Welt der Ideen und Phantasie und der Welt der monotonen, kostengünstigen, effizienten Massenindustrie. Heutzutage ist das Design oft ein wichtiger Bestandteil eines Verkaufsargumentes. Dabei scheiden sich oft die Geister ob Design nun auch anwendbar sein oder einfach nur schön für das Auge sein muss. Es ist schlussendlich jedem selbst überlassen. Email:anmeldung@worldsites-schweiz.ch |
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